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ChatGPT oder Therapie? 

"Gemini ist immer für mich da."

"Claude findet alles interessant, was ich schreibe."

"Chat GPT versteht mich und gibt mir Sicherheit."

"meine KI heisst Frida und fühlt sich an wie eine Freundin."

"Meine Mails lasse ich von Gemini schreiben."

"mit Claude bespreche ich meine Beziehungs- probleme."

"Wenn ich unsicher bin, frage ich immer zuerst ChatGPT."

Und plötzlich ist die KI mitten in unserem Alltag angekommen. Ein Griff zum Handy, immer parat, oft die erste Anlaufstelle. Wir nutzen die KI, wenn wir unsicher sind, wenn wir etwas "perfekt" machen wollen, wenn wir unsere Emotionen einordnen wollen, wenn wir Rückversicherung oder Beruhigung suchen u.v.m. Naheliegend und nachvollziehbar, dass die KI uns auch bei unseren psychischen Anliegen begleitet und es auch entweder in den Therapieraum schafft oder sogar statt Therapie genutzt wird. Dies bringt neue Möglichkeiten, aber mindestens genauso viele Risiken mit sich. ​​Eine bewusste und reflektierte Nutzung ist hier entscheidend.

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Was kann KI? 

Schnell. Immer Verfügbar. Bestätigend. Algorithmen.

  • Strukturieren: Informationen blitzschnell zusammenfassen / ordnen.

  • Verfügbarkeit: sofort und rund um die Uhr "zuhören" - auch nachts um 3 Uhr.

  • "Erinnern": sammelt alle Daten, die du präsentierst und speichert diese.

  • Validieren: bestätigt dich und gibt dir erste und schnelle Rückversicherung.

  • Spiegeln: Die KI greift in der Regel das auf, was du ihr präsentierst.

  • Werkzeuge: kann einfache und schnelle  Techniken vorschlagen, wie z.B. Interventionen zur Entspannung.

  • ​Wissensvermittlung: Erklärung von Fachbegriffen oder Diagnosen.

Was kann KI nicht?

  • Fehlende Resonanz: Eine KI fühlt keinen Schmerz, keine Freude und keine echte Empathie. Sie berechnet Wahrscheinlichkeiten von Wortfolgen.

  • Die KI wird dir nie vermitteln, dass sie etwas nicht weiss, sondern bei Lücken Dinge erfinden. Dies nennt man "Halluzinationen".

  • Beziehung aufbauen: zu KI besteht eine Parasoziale Beziehung, d.h. eine Beziehung, die nur in eine Richtung geht.

  • Wenn wir KI intensiv nutzen, verlieren wir auf langfristige Sicht auch immer etwas, z.B. können sich unsere sozialen Skills verschlechtern oder wir verlernen negative Emotionen auszuhalten.

Was kann Therapie? 

Resonanz. Tiefe. Beziehung. Menschlich.

  • Therapiebeziehung: es entsteht eine vertrauensvolle, sichere, tragenden Bindung und damit ein sicherer Rahmen für deine Themen.

  • Hinschauen, wo es weh tut: Ein Teil der Therapie ist es, zu den "blinden Flecken" zu schauen, die dir selbst nicht bewusst sind oder dich durch "sanftes konfrontieren" auf schwierige Themen aufmerksam zu machen.

  • Resonanzraum: Deine Therapeutin/ dein Therapeut "schwingt empathisch mit" und bemerkt emotionale Zwischentöne.

  • Schweigepflicht: Deine Daten werden niemals weiterverkauft ;) 

Good to know - Was macht eine Therapie wirksam? 

Je nach Studienlage finden sich leicht unterschiedlich Zahlen. Einer der bekanntesten Psychotherapeuten, Irvin D. Yalom, fasst in seinem neusten Buch "Hour of the Heart: Connecting in the Here and Now" (2024) folgende Zahlen zusammen: 

  • 40-50% des Therapieerfolgs hängen von der Motivation der Patientin/ des Patienten ab 

  • 30-50% von der Therapiebeziehung

  • und nur ca. 10-20% von der Therapie-Technik (Methoden, Therapieschule etc.)

Auch betont er immer wieder die Wirkung im Hier und Jetzt zwischen Patient:in und Therapeut:in (welche sowohl online als auch offline relevant ist). 

- KI kann den letzten der drei Punkte teilweise abdecken und damit maximal 10-20%. -

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Bild erstellt von Gemini 

Bewusster Umgang 

Die KI ist in unserem Alltag und wird dort voraussichtlich bleiben. Es geht darum einen bewussten und "gesunden" Umgang damit zu finden. 

Frage dich vor der Nutzung: 

  • Was ist mein Ziel? Suche ich Sachwissen, eine schnelle Rückversicherung oder wünsche ich mir eigentlich ein menschliches Gegenüber (einen „Verbündeten“)?

  • Was delegiere ich? Was kann ich langfristig verlieren? - von der Fähigkeit e-mails alleine zu verfassen bis hin zu sozialen Skills und einem Vertrauen in mich selbst

  • Datenschutz: Welche Daten teile ich damit? Fühle ich mich wohl dabei, dass diese Daten Teil eines Algorithmus werden?

  • Faktencheck: V.a. bei besonders wichtigen Themen: Traue der KI niemals blind. Recherchiere weiter und hinterfrage kritisch, um das Risiko von "Halluzinationen" zu minimieren​.

ChatGTP UND Therapie? 

KI kann eine Ergänzung zu einer Therapie sein, aber niemals ein Ersatz. Wie oben beschrieben, kann es in bestimmten Bereichen helfen, jedoch viele Bereiche nicht abdecken oder sogar längerfristig schädlich sein. 

Gerne können wir im Rahmen der Therapie genauer besprechen, welche KI-Nutzung für dich als Unterstützung geeignet sein könnte und wo individuelle Gefahren liegen. Wenn dich etwas beschäftigt, was du mit der KI angeschaut hast, findet dies ebenfalls Raum in unseren Sitzungen. Wir bringen die digitalen Impulse zurück in die menschliche Resonanz.

PS: Dieser Text (sowie alle anderen Texte auf der Website) wurde nicht von einer KI verfasst ;)

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